CD-KRITIK:
Fusion.
Kein anderer Albumtitel wäre treffender für die Musik, die das französische Duo Eilera macht. Irgendwo zwischen harten Gitarren, keltischer Folkmusik, Streichern und elektronischen Samples ist dann auch noch die engelsgleiche Stimme von Sängerin Eilera anzutreffen. Eigentlich ist es zwecklos über so eine derart abwechslungsreiche Musik zu schreiben, man muss sie hören.
Non Merci bietet einen gelungenen Wechsel zwischen ruhigen Strophen und einem kräftigen Refrain, bei dem die Geige die Melodieführung übernimmt. Das nächste Stück ist folkig, gerade der Refrain mit Streichern und später mit der Akustik-Gitarre bietet einen angenehmen Kontrast zum Refrain.
Healing Process überrascht mit einem ersten aggresiven Riff, welches sich dann aber auflöst und in einen elektronischen Gothic-haften Refrain übergeht. Und nun singt Eilera auch noch von Sex und Liebe. Wow, der Albumtitel ist wirklich passend gewählt worden. Das Titelstück ist genau wie seine Vorgänger eine Mixtur aus Ruhe, Stärke und Sanftheit. Richtig treibend folkig kommt
Addicted daher, was primär an der Rhythmusfraktion liegt, denn diese gibt hier ordentlich Gas. Nur die ruhige Passage klingt etwas aufgezwungen, da dem Lied sonst wohl die für Eilera typische Abwechslung fehlen würde. Bei
The Angel You Love… The Angel You Hate nimmt Eilera eine schizophrene Rolle an, denn den zu liebenden Engel mimt sie ruhig und sanft. Nach knapp der Hälfte des Stückes kommt der zu hassende Engel zum Vorschein. Doublebass und dann kreischt Eilera plötzlich, das selbst einem Black-Metal-Panda das Corpsepaint abbröckelt. Straighter geht es mit
Keep Our Heaven weiter, bei dem ruhig auf den ruhigen Teil verzichtet werden könnte. Die Aufforderung
Back To The Essentials entpuppt sich als kraftvolles Folkstück. Hier wird nicht einfach ein folkiger Text mit folkiger Musik unterlegt, sonder Eilera greifen tief in die Trickkiste. Zwischenzeitlich wird das eingespielte Gewitter als Taktmaschine benutzt, um im Refrain unterstützend zur Bassdrum auf den Zählzeiten 1 und 3 zu donnern. In der Letzten der knapp sechseinhalb Minuten wirkt das Gitarrensolo absolut passend und setzt einen tollen Schlusspunkt.
Free… Are You? bietet wieder den gewohnt gelungen Wechsel zwischen ruhigen und lauten Elementen. So schließt auch
September das Album ab.
Eilera setzen einen soliden Schlusspunkt hinter ein vor Ideen sprühendes Album.
Fusion lässt sich schwer in eine Schublade packen.