CD-KRITIK:
Mittlerweile liegt bereits die fünfte Auflage des Metalmessage-Samplers vor und wieder einmal ist statt einer drögen Musikzusammenstellung ein wahres Kunstwerk entstanden. Dreizehn sorgsam ausgewählte Bands aus dem Bereich Pagan/Viking Metal sind auf dieser Scheibe vertreten.
Der Sampler ist auf 2000 Stück limitiert und erscheint handnummeriert in einer blauen DVD-Hülle. Das Cover fällt als allererstes in Auge; handgemalt und schon beinahe im 80er-Comic-
Stil gehalten ist allein das schon ein echtes Schmuckstück in der hauseigenen CD-Sammlung. Für das Cover verantwortlich zeigt sich der bekannte Künstler Ed Repka, der u.a. auch Cover für die Scheiben von Megadeth zeichnete.
Weitaus mehr Aufmerksamkeit sollte jedoch dem Booklet geschenkt werden. In diesem Heftchen finden sich neben Bandbeschreibungen wunderschöne Naturfotografien, die alle von Markus Eck selbst erstellt wurden und den Zyklus der Jahreszeiten darstellen. Eine derart detailverliebte Compilation hat es bisher meines Wissens noch nicht gegeben.
Den Anfang auf diesem Sampler macht die deutsche Band
Fimbulvet, die 2003 gegründet wurde und mit dem Titel Helias Bann vertreten ist. Der Song hat eine unglaubliche Power und vereint klare Gesänge mit epischen Elementen. Das Ganze geht gut ins Ohr und bleibt dort hängen. Leichte Erinnerungen an Menhir sind da eher zufällig.
Dass
Hromovlad aus Osteuropa kommen ist nicht nur an dem Namen der Band erkennbar, auch die ersten Klänge des Stückes Slava lassen es erahnen. Sehr traditionelle slavische Klänge mischen sich mit deftigem Black Metal-Gekreische und einer ordentlichen Portion an Tempo. Dennoch schafft es das Stück melodiös zu bleiben und lässt den Hörer unwillkürlich im Takt mitwippen. Feinster Folk Black Metal aus der Slovakei wird hier geboten.
Progressive Folk Metal aus Russland kommt von der nächsten Band des Samplers namens
Tumulus. Kochevonov Plyas bietet allerlei Breaks, traditionelle Instrumente und einen recht gewöhnungsbedürftigen Gesang. Die hohen Töne von Sänger Kuchma dürften längst nicht jedem gefallen, lässt man sich jedoch auf den Track richtig ein, weiß er mit jedem Hören mehr und mehr zu gefallen und bleibt schließlich sogar im Ohr hängen.
Der kanadische Solokünstler David Parks alias
Dark Forest gibt sich auf dem folgenden Track die Ehre. Journey To Ever-Eternal Skies ist mit über acht Minuten der längste Track des Samplers, weist aber dennoch keinerlei Längen auf. Schwerterklirren, ein schleppender Rhythmus und Black Metal-lischer Gesang gepaart mit klaren Gesangseinlagen – all das macht dieses Stück zu einem epischen Track, der zum Entspannen geradezu einlädt und gerade durch die Länge seine volle Kraft entfalten kann.
Tiwaz kommen aus Brasilien und bringen auf diesem Sampler ihre Version des Pagan Black Metal dar. Geschickt gesetzte Folk-Elemente, klare und kreischende Gesangseinlagen und eine sehr prägende Melodie machen das auserwählte Stück aus. Dieser Track hat eindeutig Ohrwurmcharakter!
Dyrathor ist eine noch recht junge Band aus Nordrhein-Westfalen, die 2008 ihr erstes Demo herausgebracht hat. Die Gruppe nennt ihren Musikstil „Northern Storm Metal“. Der Track Im Auge des Sturmes ähnelt sehr an die jungen Equilibrium, allerdings kombinieren Dyrathor dies mit einer ordentlichen Portion an Folk-Elementen, die das Stück stimmungsvoll ergänzen. So ganz ausgereift ist das Ganze noch nicht, aber dennoch weiß das Lied zu gefallen.
Galizische Lyrics bietet die spanische Band Xerión. Klassischer Pagan Black Metal, bei dem in dem Stück No Pazo Derruido Da Existencia die Black Metal-Elemente eindeutig dominieren. Der Pagan-Anteil bemisst sich hier an den Texten und an den doch sehr melodiösen Passagen.
Adorned Brood kommen aus Grevenbroich und wurden bereits 1993 gegründet. Somit sind sie die dientälteste Band auf diesem Sampler und wohl auch die bekannteste. Gekreischte männliche Lyrics mischen sich mit fast schon poppigen weiblichen Gesangseinlagen. Das Lied wirkt sehr konfus und nicht ausgereift, insbesondere die Folkelemente verwirren mehr, als das sie das Gesamtpaket vervollständigen. Lediglich der melodiöse Part in der Mitte des Stücks bietet dem Hörer ein wenig Zeit sich von der vorherigen Verwirrung zu erholen. Immerhin bleibt der weibliche Refrain des Stücks gut im Ohr hängen.
Die Iren von
Waylander sind in der Szene ebenfalls längst keine Unbekannten mehr. Keltischer Folk Metal schwappt von der Insel auf diesen Sampler. Der Song hat einen hohen Wiedererkennungswert und lässt den Hörer unwillkürlich mitwippen. Ein richtig guter keltischer Folk Metal-Song!
Die Belgier von
Natan drücken zu Anfang ordentlich aufs Gaspedal. Melodischer Black Metal mit leichten Folk-Einflüssen bieten die Belgier. Das Stück namens Volkskracht ist mehr als sieben Minuten lang und nutzt die entstehenden Möglichkeiten um die vorhandenen Melodien ausgiebig zu zelebrieren und geht nach etwa zwei Minuten in eine sehr ruhige und melodiöse Passage über. Anschließend gesellt sich zu der vorhandenen Melodie die zu Beginn des Stücks gezeigte Power dazu und sogar klarer Gesang fließt als Kontrast zu den Black Metal-Vocals mit ein. Ein bunter Strauß verschiedenster Elemente, der aber dennoch ein rundes Ganzes ergibt!
Die Sachsen von
Andras steuern mit Miasma Track ein Stück ihres aktuellen Albums „Iron Way“ bei. Feinster epischer Pagan Metal mit sowohl klaren als auch kreischenden Vocals bietet der Track. Das Ganze klingt schön räudig und dürfte einige Anhänger finden.
Bei
Obscurity aus Velbert treffen einfache Texte auf simple und eingängige Riffs in Kombination mit einer tragenden Melodie. Dieses Stück ist ein typisches Mitgröhlstück bei dem durchaus der ein oder andere Liter Met fließen darf.
Den Abschluss des Samplers bilden die Belgier von
Vinternatt. De Zwarte Mis ist ein klassisches Folk Black Metal-Stück. Räudiger Sound, Folkelemente und typische Black Metal-Vocals sind die Hauptelemente des Tracks.
Tracklist:
1. FIMBULVET - Helias Bann
2. HROMOVLAD - Slava (exclusive song)
3. TUMULUS - Kochevonov Plyas
4. DARK FOREST - Journey To Ever-Eternal Skies
5. TIWAZ - The Battlelore
6. DYRATHOR - Im Auge des Sturms
7. XERIÓN - No Pazo Derruido Da Existencia
8. ADORNED BROOD - Sons Of The Damned
9. WAYLANDER - As Deities Clash
10. NATAN - Volkskracht
11. ANDRAS - Miasma Track
12. OBSCURITY - Nach Asgard wir reiten
13. VINTERNATT - De Zwarte Mis