CD-KRITIK:
Skady ist in der nordischen Mythologie die Göttin des Winters und der Jagd, welche im dritten Stück namens
Treibjagd besungen wird und nach der sich die Black Folk-Band aus Wolgast benannt hat. Sinnbildlich dafür ist auch das selbst gestaltete Cover des Debütalbums „Eyn Raunen im Tannicht“, auf dem ein totes Wildschwein in einem tiefverschneiten Wald zu sehen ist. Die einzige Farbe auf diesem Bild ist das Blut des toten erlegten Tieres, ein Covermotiv das wohl einige Tierfreunde abschrecken dürfte.
Dieses Gemälde wurde jedoch nicht ohne Grund ausgewählt, denn es stellt das Ergebnis des ersten (
Einklang) und den Inhalt des zweiten Tracks dieses Albums (
Aus Wäldern) bildlich dar und passt damit perfekt zu dem Werk der Band.
Die Gruppe Skady wurde vor mittlerweile vier Jahren gegründet und hatte im Laufe der Zeit unter einigen Line-Up-Wechseln zu leiden. Nach langer Suche hat sich jedoch endlich ein fester Drummer gefunden, so dass die Band seit 2009 in fester Zusammenstellung unterwegs ist und ihre Qualitäten bereits einige Male live unter Beweis stellen konnte. Bei der Aufnahme dieses Albums wurde jedoch noch ein Session-Drummer benutzt und auch die Frau namens Maria an der Flöte ist zu Gast auf diesem Werk.
Der Erstling der Mecklenburg-Vorpommer nennt sich zwar „Eyn Rauschen im Tannicht“, aber Skady entfesseln deutlich mehr als nur ein Raunen in der Welt des Black Folk Metals, ihre Kompositionen wissen zu überzeugen und ziehen den Hörer von Anfang an in ihren Bann.
Im Einklang sind die gequälten Geräusche des Wildschweins zu vernehmen, bevor im sehr Black Metal-lischen „Aus Wäldern“ das vorherige Geschehen erläutert wird. Von Anfang ist spürbar, dass hier nicht sinnlos drauflos geholzt wird, sondern dass das Ganze einem Konzept folgt, welches im Vorfeld sehr wohl durchdacht wurde. Im Verlauf des Albums werden melancholische „Geschichten aus heidnischen Wäldern“ erzählt, die sich auf verschiedene Art und Weise dem Grundthema Natur widmen, aber auch die nordische Mythologie streifen und auf dem Werk beide Elemente miteinander kombinieren. Textlich gelingt dies recht gut, denn auch wenn die Lyrics zum Teil sehr einfach geschrieben sind, wissen sie dennoch zu überzeugen und transportieren das passende Feeling.
Das Highlight des Werkes ist der Track
Furor Teutonicus, bei dem einfach alles stimmt. Heroische Gesänge leiten das Stück ein, bevor das Black Metal-lische Krächzen von Sänger Andras einsetzt. Ins Ohr gehende Melodeyen und ein einprägsamer Refrain mit Mitgrölcharakter sind das Rezept dieses Stückes. Nach etwa vier Minuten schlägt das Lied plötzlich um und Schlachtengeräusche sind zu vernehmen, bevor erste Trommelschläge die Rückkehr des Gesanges und der Melodien andeuten und ankündigen.
Thyrmheim ist das einzige rein folkige und instrumentale Stück auf „Eyn Raunen im Tannicht“. Flötistin Maria kann sich hier richtig austoben und wird dabei von der Akustikgitarre unterstützt. Mit gut zwei Minuten Länge ist das Timing perfekt gesetzt und der Track fügt sich in das Werk ein ohne dabei nervig zu werden.
Weitere Einsätze hat Maria in den Stücken
Herbstwind und in
Der Mühe Lohn. Bei allen drei Stücken sind die Einsätze gut platziert, lediglich bei Herbstwind verwundert der zweite Einsatz etwas und passt in Kombination mit der rohen Kraft des Schlagzeuges, nicht gut zusammen. Die Flöte sollte eher ruhigen Abschnitten vorbehalten sein und sich nicht in das hektische Geholze einmischen. Gemäkelt wird hier jedoch auf hohem Niveau weswegen dieser Faux-Pas durchaus verzeihbar ist.
Bei
Der Mühe Lohn wird auf klaren, heroischen Gesang gesetzt, der von Flöte und Akustikgitarre untermalt ist. Mit etwas mehr als drei Minuten ist das Ganze dank der etwas anstrengend anzuhörenden Vocals und des ständigen Flöteneinsatzes etwas lang geraten. Als Folgerung lässt sich hieraus ziehen, dass Sänger Andras besser bei seinen Black Metal-lischen Wurzeln bleiben sollte, anstatt sich im klaren Gesang zu versuchen.
Die mächtigen Riffs, die sich überall auf dem Album wieder finden, regen nur so zum Headbangen an, die faszinierenden Melodien und die perfekten Breaks zwischen roher Kraft und akustischen Rhythmen machen dieses Album zu einem stolzen Vertreter seines Genres.
Tracklist
1. Einklang
2. Aus Wäldern
3. Treibjagd
4. Der Mühe Lohn
5. Oskorei
6. Furor Teutonicus
7. Thrymheim
8. Herbstwind
Gesamtspielzeit: 39:18