CD-KRITIK:
Nun erscheint das zweite Album unter dem Namen Blaze Bayley „Promise and Terror“. Es erweist sich als überaus schwierig ein Album des ziemlich unterbewerteten Sängers zu beurteilen. Seit jeher scheiden sich die Geister an seiner Stimme, ewig steht er im Schatten seines Vorgängers. Sagt man nur seinen Namen hört man häufig „Bruce Dickinson ist der einzig Wahre“. Mit Bruce Dickinson hat der Ex von Maiden aber nicht mehr viel zu tun. Blaze hat sich mittlerweile eine ernst zunehmende Solokarriere aufgebaut, welche natürlich Stärken und Schwächen hat.
Nach dem etwas schwächeren Vorgänger „The Man who would not die“ geht es nun merklich aufwärts bei dem eigenwilligen Sänger. Hier sei gesagt: Wer mit Blaze nichts anfangen kann, kann mit ihm eben nichts anfangen.
Was bietet Blaze auf seinem neuen Werk? Eigentlich kann man es zusammenfassen: Wo Blaze drauf steht, ist auch Blaze drinne. Das Album lebt von starken Melodien, gelungenen Bassläufen, genialen Soli, interessanten Strukturen und einem guten Sound. Schwierig ist es mit dem Gesang. Mir, meines Zeichens großer Blaze Fan, fielen an einigen Stellen doch Schwächen auf. So wirkt der Gesang im ersten Drittel von „Promise and Terror“ leider etwas uninspiriert. Das wird jedoch ausgeglichen durch die fantastische musikalische Leistung. Der Einstieg mit „Watching the Night Sky“ ist recht gut gelungen. Eine straighte Nummer, welche Raum nach oben lässt und ordentlich Gas gibt. Weiter geht es mit dem riffstarken „Madness and Sorrow“ , welches im Chorus dicker hätte sein können. „1633“ ist nicht zuletzt wegen des schönen Bassintros ein Anspieltipp. Hier pendelt sich allmählich das Album ein und entfaltet seine interessanten Strukturen. Gute Mittelfeldsongs sind „God of Speed“ und „City of Bones“. Nicht besonders genial, aber straight und gelungen. Ähnlich geht es weiter mit den melodienreichen „Faceless“ und dem stimmungsvollen „Time to dare“, wobei die Niveauskala wieder nach oben klettert.
Bei „Surrounded by Sadness“ erreicht „Promise and Terror“ seinen Wendepunkt. Der Song selber ist eine Ballade mit viel Potential, welche gesanglich jedoch mehr bieten sollte. Somit wird der Wendepunkt leider auch zum schwarzen Fleck des Werkes. Dies liegt vor allem an dem misslungenen Refrain. Doch die folgenden in einander verwobenen Songs „The trace of Things that have no Words“, „Letting go of the World“ und „Comfortable in Darkness“ reißen das gesamte Album um Lichtjahre voran. Geniale Melodien, gelungene Spannungsbögen und verdammt nochmal die Blazestimmung beherrschen hier einfach alles. Wer Songs wie „Life and Death“,„Regret“ oder „Born as a Stranger“ mochte wird hier fündig. Mit den letzten drei Songs bedient Blaze wirklich alles was ich an seiner Musik schätze.
Tracklist
01. Watching The Night Sky
02. Madness And Sorrow
03. 1633
04. God Of Speed
05. City Of Bones
06. Faceless
07. Time To Dare
08. Surrounded By Sadness
09. The Trace Of Things That Have No Words
10. Letting Go Of The World
11. Comfortable In Darkness