CD-KRITIK:
Die Barther Band Nidhøgg wurde im Jahre 2007 gegründet und hat sich dem Viking Metal verschrieben. Nachdem sich das vorherige Projekt
Hel’s Crusade aufgelöst hat, wurde diese neue Band ins Leben gerufen. Zwei Jahre nach der Gründung der Band liegt nun bereits das erste Album der Norddeutschen namens „Siegeszug der Götter“ vor, nachdem kurz zuvor ein Split mit der Band
Den Nordiske Sjel veröffentlicht wurde.
Nidhøgg haben kein Label hinter sich, aber ein professionelles Studio, das die Arbeit der Mannen unterstützt. Das aktuelle Album wurde im Shredsound Studio in Rostock aufgenommen und erfreut sich einer guten Produktion, die das Album in ein passendes Licht rückt. Die Band nennt ihre Musik „Baltic Viking Metal“, was sich leicht erklärt wenn man sich den Herkunftsort der Gruppe genauer anschaut. Nidhøgg kommen aus Barth an der Ostsee, dem Städtchen bei dem, wie Wissenschaftler herausgefunden haben, die reichste und berühmteste Handelsmetropole Vineta („Atlantis of the Baltic“) seinerzeit gelegen hat. Die Stadt wurde auch als Megalopolis bezeichnet und überragte in ihrer Bedeutsamkeit selbst Orte wie Konstantinopel. Laut christlichem Mythos hat der Gott der Christenheit die Stadt wegen der Gottlosigkeit seiner heidnischen Bewohner mit dem Untergang bestraft und diese hat seitdem ihren Fortbestand in Mythen und Legenden.
Nidhøgg greift Teile dieses Themas auf dem aktuellen Album auf und bezeichnet aufgrund dessen die Musik der Band als „Baltic Viking Metal“.
Nicht nur am Logo der Gruppe ist die Leidenschaft der Mitglieder für Schwarzmetall spürbar, auch in die Musik ist diese eingeflossen. Black Metal-lischer Gesang, eine ordentliche Portion heroischer Schlachtengesänge und epischer Passagen machen dieses Scheibchen zu einem anständigen Stück Viking Metal.
Die Texte handeln erwartungsgemäß von Wikingern und werden in verschiedenen Sprachen dargebracht. Der Gesang ist mal in deutscher und mal in englischer Sprache, was ein wenig inkonsequent rüberkommt und stellenweise auf ein wenig irritierend wirkt. Es wäre besser gewesen sich auf eine der Sprachen im Vorfeld zu einigen und dann auch dabei zu bleiben. Am Auffälligsten ist dieses Durcheinander bei dem zwar in deutscher Sprache gesungenen
Jomsvikingar, aber mit einem schwedischen Liedtitel versehenen Stück.
Storm of Fimbul glänzt mit dem besten Riffing des Albums und einer prägnanten Gitarrenmelodie, versehen mit schwarzmetallischem Gesang.
Das auffälligste Stück des Albums nennt sich
Jomsvikingar; gesungen in deutscher Sprache, randvoll gefüllt mit epischen Gesängen und einer sehr einprägsamen Melodie bleibt das Werk im Kopf des Hörers hängen. Das Potenzial von Nidhøgg ist an diesem Stück spürbar und man wünscht sich mehr Tracks dieser Art auf dem Album.
Mit sechs Stücken und gut dreißig Minuten Spielzeit ist „Siegeszug der Götter“ jedoch ein wenig kurz geraten und ist genauso schnell vorbei, wie es begonnen hat. Das Problem dieses Werkes und der Band ist die mangelnde Eigenständigkeit. Aus der Masse der vielen Pagan/Viking Metal-Alben und Bands vermag sich dieses Album nicht herauszuheben. Bei einer derart jungen Band kann man dies auch nicht zwangsläufig verlangen, bleibt zu hoffen, dass die Gruppe auf den kommenden Alben ihren eigenen Stil finden kann.
Anspieltipps:
Jomsvinkingar,
Storm of Fimbul
Trackliste
1. Siegeszug der Götter
2. Till Death we Stand
3. Storm of Fimbul
4. Jomsvikingar
5. Der Tod des Baldur
6. Saga von Tyr