CD-KRITIK:
Thrudvangar haben sich mit ihrem deutschsprachigen Viking Metal eine eigene Nische schaffen können und das ist gut so, denn Eigenständigkeit ist sicherlich der Motor für die meisten Künstler, die es ernst meinen mit ihrer Musik. Inzwischen kann die Band auf drei recht erfolgreiche Alben zurückblicken, mit denen sie sich ihr gutes Standing trotz kleinem Label selbst erarbeitet haben. Zudem ist
Durch Blut Und Eis bereits das dritte Album, was beim gleichen Label, nämlich Einheit Produktionen, erscheint. Es gibt also immer noch eine gewisse Beständigkeit bei einigen Bands.
Viel hat sich stiltechisch bei den Sachsen nicht getan. Nach wie vor dominiert Pagan/Viking Metal mit Black Metal- Elementen, aus denen man aber auch gerne mal das Tempo herausnimmt. Wie gehabt, sind alle Songs in deutscher Sprache. Durch den heiseren Krächzgesang hören das aber wohl nur sehr geübte Ohren heraus, so dass dies auch Leute, die sonst ein Problem damit haben, nicht weiter stören sollte. Das Keyboard bleibt meist im Hintergrund und sorgt für eine düstere Atmosphäre. Und wenn es doch mal etwas präsenter ist, wie z.B. bei dem Track
Ochseninsel, dann verleiht der symphonische Charakter dem Sound von Thrudvangar eine weitere interessante Komponente.
Von Anfang an ist man bemüht, ein abwechslungsreiches Album abzuliefern. Man variiert beim Tempo, legt Rhythmuswechsel vor, integriert Akustikgitarren oder streut Sprechgesang ein, so dass es nicht so schnell eintönig wird. Diese Stilmittel setzen die Jungs ja schon länger ein, aber auf dem aktuellen Album wirkt das Ganze kompakter. Das hört sich nicht zusammengeschustert an sondern wie aus einem Guss. Die Songs sind meist ein guter Mix zwischen der Eiseskälte des Black Metals und melodischen Gitarrenharmonien, was dem Ganzen mehr Tiefgang verleiht. Nach einer Dreiviertelstunde macht sich trotz des Abwechslungsreichtums dann aber doch ein wenig Langeweile breit, da dann auch nichts Neues mehr geboten wird. Hier wäre weniger statt der gebotenen 65 Minuten Spielzeit also mehr gewesen.
Textlich haben die Jungs ein Konzeptalbum hervorgebracht, das sich um die Figur Erik, den Roten dreht. Der junge Mann hat sich als Entdecker, Gründer der ersten Siedlung im hohen Grönland und als Seefahrer seinen Platz in der Geschichte der Wikinger gesichert. Durch Blut Und Eis beschäftigt sich somit mit den Sagen und Geschichten rund um diesen Charakter, was dann auch recht gut zur Musik der Jungs passt.