CD-KRITIK:
Die Nürnberger
Freitod legen mit „Nebel der Erinnerungen“ nach zwei Demos ihren ersten Langspieler vor und liefern damit deutschsprachigen Dark Metal in Reinkultur. Die Platte enthält neben den Songs der Demos mit dem Song
Blasphemy auch ein
Genocide-Cover.
Wenn eine Band bei Ván Records unter Vertrag steht, erwartet man von deren Album und Songs eine ganze Menge und in der Tat, wenn man sich die gängigen Veröffentlichungen des Labels anschaut finden sich dort immer wieder wirkliche Perlen, wie
The Ruins of Beverast,
The Devil's Blood oder
Griftegård. Somit sind die Erwartungen an
Freitod ziemlich hoch, doch leider werden diese nicht dem sonst so hohen Standard des Labels gerecht.
Musikalisch setzt die Band auf bekannte Mittel: Klarer Gesang und gutturaler Gesang wechseln sich ab, ruhigere Passagen folgen auf zünftiges Geknüppel und allgemein sind die acht Titel von „Nebel der Erinnerungen“ schön dynamisch. Insgesamt nicht wirklich neu oder innovativ, aber dafür geschmackssicher kombiniert. Das wirkliche Manko des Albums sind hingegen die Texte, die mitunter pathetischer nicht sein könnten. Allen voran der letzte Titel des Albums Abwärts, dessen Text am besten durch das Adjektiv „kitschig“ zu beschreiben ist und schon nach wenigen Minuten Fremdschämen provoziert.
Für „Nebel der Erinnerungen“ gibt es einen Igel, auch wenn man eigentlich Musik und Text getrennt voneinander rezensieren müsste, um zu einem wirklich sinnvollen Ergebnis zu kommen. Denn die Musik weiß durchaus zu gefallen, wohingegen die Textebene einfach alles runterzieht und dabei den Gesamteindruck zerstört.
Tracklist:
01. Ein Neuer Tag
02. Hoffnungslos
03. Ein Ende
04. Eine Endlose Niederlage
05. Pure Manipulation
06. Diese Narben
07. Blasphemy
08. Abwärts