
Kategorie:
AlbenLabel:
2007 Black Balloon RecordsFormat:
CDStil:
Emo-Death-Math-CoreCD-KRITIK:
Zwei Jahre nach dem letzten Album Soothing Torture stellen Insense ihr neues Werk Silent Epidemic vor. Schon damals waren sich die Kritiker einig, dass der Stil der Norweger um Sänger und Produzent Tommy Hjelm am besten mit einer Mischung aus Death Metal, Neo Thrash, Hardcore und dem akademischen Gefrickel ala Meshuggah beschrieben werden kann. Dass diese metallische Legierung nicht nur Freunde hat sondern bei den Anhängern der einzelnen Sparten eher Unverständnis hervorruft, ist nahe liegend. Aber genug der Vorrede, wollen wir uns der aktuellen Scheibe widmen. Hier wird man nicht gerade freundlich mit dem Opener Welcome Whore begrüßt, einem reinrassigen Metalcore Track, mit allem was dazu gehört. Doch plötzlich hört man das, was sich im ganzen Album wiederholen wird: Klarer Gesang (das folgende Deeper Nail erinnert dann auch irgendwie an Bullet for my Valentine...). Als wollte man das aufkommende Emo-Gefühl schnell wieder verscheuchen, geht es bei Erosion of Oslo wieder deftiger zur Sache. Man könnte meinen, der Gitarrist Martin Rygge wäre jetzt erst richtig wach geworden, denn nun erfährt man am eigenen Leib, warum Insense Meshuggah, Fear Factory und Sepultura zu ihren Einflüssen zählt. Musik wird aber nicht unbedingt interessanter, wenn beim Mix wild mit der Balance rumgespielt wird und dadurch der Hörer orientierungslos auf die Funktionsanzeige der Endstufe blickt. Und mal ganz ehrlich: Wen interessiert es, ob hörbare Dissonanzen in Wirklichkeit Abbildungen einer komplexen mathematischen Funktion sind? Da freut man sich doch, wenn bei The Pendulum Knife so richtig schön im Midtempo geschwoft werden kann. Die Freude währt jedoch nur kurz, denn nach 1:45 Minuten ist hiermit Schluss. Den Musikern ist wohl langweilig geworden und so wird mitten im Track experimentierfreudig zum Gitarren-Gefrickel zurückgekehrt. Den Abschluss macht Time Wounds all Heals, dessen instrumentale Passagen irgendwie an Metallica erinnern. Zurück bleibt ein zwiespältiges Gefühl und die Frage, wie man das vorliegende Album zu bewerten hat. Es vereint ähnlich wie der Vorgänger die Elemente von Death Metal und wütendem Metal-/Hardcore, gepaart mit experimentellem Neo-Thrash und Ausflügen zum melodramatischen Emo-Singsang. Dies wird wieder einmal dazu führen, dass keine der einzelnen Metal Fraktionen 100%ig begeistert sein wird. Jeder kann zwar je nach Gusto entscheiden, welche Passagen in das eigene Freundbild passen und welche nicht (Selektive Wahrnehmung sozusagen), mit etwas mehr Bodenständigkeit und geradlinigeren Songstrukturen könnte sich Insense jedoch ein weitaus größeres Publikum erspielen.Fazit:
Wer Death Metal oder Metalcore mit der Zeit zu langweilig findet und daher schon einmal in Richtung Meshuggah und Konsorten geschielt hat, der findet mit Insense und The Silent Epidemic die passende EinstiegsdrogeWERTUNG:
Homepage:
www.insensehq.comGeschrieben am
01.04.2007von
Miatwidoor