HELLter SKELter Festival in Peine

Das diesjährige HELLter SKELter Festival in Peine überzeugte mit seinem eigenen gemütlichen Charme. Auch wenn leider sehr viel weniger Besucher da waren, als es das Festival eigentlich verdient hätte, konnte es doch auf voller Linie in Sachen Bandauswahl und "Service" punkten. Die Preise für Essen und Getränke (Bier 1€, Pommes 1,50€ usw.) waren allesamt sehr günstig und die Auswahl konnte sich für ein junges Festival sehen lassen. Es gab kostenlos fließendes Trinkwasser, die Dixies waren in ausreichender Menge vorhanden(sogar eins im Bühnenbereich, echt Top, so verpasste man nichts von der Musik) und ungewöhnlich sauber. Auch muss man ein Lob an die Organisatoren und Securities aussprechen, die wirklich sehr freundlich und hilfsbereit waren und mit Rat & Tat zur Seite standen.

Mindestens genauso freundlich, hilfsbereit und friedvoll ging's die komplette Zeit über auf dem Campinggelände zu. Jeder half jedem, man saß ganz gern mal bei den Nachbarn und unterhielt sich, half sich auch mal mit Getränken aus und verstand sich einfach. Keine Spur von Rechtsradikalismus oder sonstigen extremen Meinungen/Dingen. Dafür sah man aber oftmals Musiker, die vor wenigen Momenten noch auf der Bühne standen bei Zelt-Kollegen das ein oder andere Bierchen trinken.


Der Donnerstag stand ganz im Zeichen der Undergroundbands. Headliner war die Death Metal Band Heretic Soul aus der Türkei. Der schnelle, harte, englischsprachige Metal der drei Jungs war ein echter Leckerbissen für alle Mosher und hat bestimmt bei einigen für verspannte Nacken gesorgt. Gitarrist und Sänger Sarp heizte ordentlich die Stimmung an, auch wenn es leider nicht für genug Teilnehmer am geforderten Circle Pit gereicht hat.
Heretic Soul waren ohne Zweifel der ÜberraschungsAct des Festivals, wer sie verpasst hat darf sich ruhig in den Popo beißen!


Der Freitag begann, wie der Donnerstag aufhörte. Mit einer sehr geilen Undergroundband, nämlich Dragonsfire. Die 4 Jungs kommen aus dem Rhein Main Gebiet und machen feinen Power Metal, der durch seine Abwechslunsvielfalt auch bei Menschen, die diese Musik eigentlich nicht mögen, gefallen finden dürfte. Dank Erfahrungen, die Dragonsfire bei Emergenza oder als Support bei Annihilator, Wizard und Rebelion gemacht haben, konnte sie auch beim HELLter SKELter auf der Bühne überzeugen.

Ein wenig später am Nachmittag folgte dann der Auftritt von Calathea, einer Gothmetalband aus der Tschechischen Republik. Trotz eigentlich gutem Sound konnten die 3 Jungs rund um Sängerin Marketa nicht überzeugen. Vielleicht lag es daran, dass Marketa mit ihrem Jeansrock und dem für Gothmetal eher unpassenden Outfit, ein wenig das Gesamtbild störte?

Ebenso spielten am Freitag noch Cripper, die hannoversche Thrashband, die ihren Auftritt wie immer souverän meisterte. Genauso wie als vorletzte Band des Abends, die Schweden von Bloodbound es taten. Super Sound, super Show, super Sache!

Und dann war es endlich soweit, der Auftritt der Apokalyptischen Reiter war an der Reihe. Jedenfalls theoretisch, praktisch folgte noch ein ca. 45Minuten langer Soundcheck, der die Fans und mit Sicherheit auch die Reiter, dann doch ungeduldig werden lies. Als es dann aber endlich wirklich losging, hat sich aber niemand etwas anmerken lassen. Die Reiter zogen ihre Show mit Spaß, Fröhlichkeit und allem was dazu gehört durch. Das Publikum sang, hüpfte, moshte und bangte mit. Kein Wunder bei "Klassikern" wie "Wahnsinn" und "We Will Never Die", aber auch Kostprobem vom kommenden Album und einer super Bühnenshow. Das ganze Spektakel endete dank einer großen Schaumkanone in einer riesigen Schaumokalypse. Und es war wunderbar zu sehen, wie einfach man Metalern einen Spaß machen und sie lange Zeit beschäftigen kann.


Und dann kam auch schon der Samstag, der letzte Tag vom HELLter SKELter. Wie schon seine Vorgänger begann der Tag wieder mit schicken Newcomerbands, wie Nosebleed, Lost In Munin, Human Paranoid und Disrepute. Besonders Disrepute dürften bei einigen Metalern für Nackenschmerzen gesorgt haben, denn bei ihrem Mix aus Death und Thrash ruhig stehen zu bleiben, ist gar nicht so einfach.
So oder zumindest ähnlich erging es dann den Zuschauern beim Auftritt von Custard. Die 5 Jungs aus Herne, die sich eigentlich nur mal so zum Spaß zusammen geschlossen haben, zeigten wie man auf der Bühne rockt! Davon hätten sich Eddie's Revenge vielleicht eine Scheibe abschneiden können. Die Iron Maiden Coverband, die sonst eigentlich für gute Auftritte und eine nicht gerade schlechte Bühnenshow bekannt ist, schien irgendwie nicht alle Fans so begeistern zu können. Oder sollte das etwa daran gelegen haben, dass am dritten Festivaltag so langsam die Kraft der Metaler nachgelassen hat?

Auf Eddie's Revenge folgte dann der Samstags-Headliner, nämlich Sabaton, die sich mit einem guten Auftritt von ihrer besten Seite gezeigt haben.

Der Sound war Klasse und die Auswahl der Songs wusste auch zu gefallen. Zwar ist die Bühnenshow ziemlich dürftig ausgefallen, vor allem im Vergleich mit den Apokalyptischen Reitern. Aber es genügte trotzdem um einige Leute zum Bangen zu bewegen. Gespielt wurden u.a. "Wolfpack", "Attero Dominatus", "In the Name of God" und "Panzer Battalion". Und um alle Leute zu beruhigen die nachdem Hören der neuen Platte und des neuen Butterblümchen-Keyboard-Uber-Alles-Sounds geschockt sind: Live rocken die neuen Stücke genauso fett wie die Alten! Und es gab gleich 3-4 davon zu hören, sehr schön.


An allen drei Tagen folgte nach der letzten Band noch eine schicke Metaldisko, bei der man sich restlos verausgaben konnte. Am Donnerstag gab's natürlich auch die Möglichkeit das WM-Spiel zu verfolgen, sogar Indoor, was bei dem etwas nieselig trüben Wetter am Donnerstag wunderbar war. Je länger das Festival dauerte, desto schöner wurde übrigens das Wetter und am Samstag und Sonntag kurz vor der Abreise brütete man förmlich in der Hitze.


Alles in allem war das HELLter SKELter ein sehr gelungenes kleines Festival, das im nächsten Jahr, wenn auch ein wenig anders, wieder stattfindet und dann hoffentlich mehr Besucher bekommt, denn das haben die Veranstalter, Organisatoren und natürlich auch die Musiker sich wirklich verdient!

 

 

Auf dem HELLter SKELter und mitten in der Schaumokalypse(!) waren für euch Inna und Moartin.